01Welche Unterlagen bilden die Ausgangsbasis?
Der wichtigste Startpunkt ist eine aktuelle Renteninformation. Sie zeigt bisher erworbene Ansprüche und enthält eine Hochrechnung der möglichen Altersrente. Diese Werte sind jedoch nicht automatisch mit dem später verfügbaren Haushaltsnetto gleichzusetzen: Die Deutsche Rentenversicherung weist Bruttobeträge aus; Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gegebenenfalls Steuern können noch abgehen. Zusätzlich gehören betriebliche und private Verträge, vorhandenes Depotvermögen, Immobilien und geplante weitere Sparraten in die Bestandsaufnahme. Erst wenn diese Bausteine gemeinsam erfasst sind, entsteht ein brauchbares Gesamtbild.
- Aktuelle Renteninformation und Versicherungsverlauf bereithalten
- Betriebliche und private Vorsorge vollständig erfassen
- Depot, Immobilien und sonstiges Vermögen getrennt dokumentieren
- Gewünschten Rentenbeginn und heutige Lebenshaltungskosten festlegen
02So wird aus den Daten eine realistische Rentenlücke
Im ersten Schritt wird festgelegt, welches monatliche Einkommen im Ruhestand aus heutiger Sicht benötigt wird. Danach werden die voraussichtlichen gesetzlichen, betrieblichen und privaten Leistungen gegenübergestellt. Wichtig ist die gleiche Rechenbasis: Brutto darf nicht mit Netto und ein zukünftiger Nominalbetrag nicht ungeprüft mit heutiger Kaufkraft verglichen werden. Sinnvoll sind mindestens ein vorsichtiges, ein mittleres und ein günstigeres Szenario. So wird sichtbar, wie empfindlich das Ergebnis auf Inflation, Rendite, Kosten, Rentenbeginn oder Unterbrechungen der Sparrate reagiert.
- Ziele in heutiger Kaufkraft definieren
- Alle späteren Einkünfte auf dieselbe Basis bringen
- Vorsichtige Annahmen für Rendite und Kosten verwenden
- Mehrere Szenarien statt einer scheinbar exakten Zahl rechnen
03Die häufigsten Denkfehler bei der Berechnung
Ein häufiger Fehler ist, nur das heutige Nettoeinkommen mit der Hochrechnung der gesetzlichen Rente zu vergleichen. Dadurch bleiben Kaufkraftverlust, mögliche Abgaben, bestehende private Leistungen und veränderte Ausgaben im Ruhestand außen vor. Ebenso problematisch ist eine Renditeannahme ohne Kosten oder Schwankungen. Eine Immobilienfinanzierung kann bis zum Ruhestand erledigt sein, gleichzeitig können Gesundheits-, Pflege- oder Unterstützungsaufwendungen steigen. Gute Planung dokumentiert diese Annahmen und zeigt, was passiert, wenn der Ruhestand früher beginnt oder die Sparleistung zeitweise sinkt.
- Nominalwerte nicht mit heutiger Kaufkraft verwechseln
- Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung mitdenken
- Kosten und Schwankungen nicht ausblenden
- Puffer für Lebensereignisse und einen früheren Rentenbeginn einplanen
04Von der Rentenlücke zur passenden Sparstrategie
Aus der monatlichen Lücke lässt sich nicht automatisch ein bestimmtes Produkt ableiten. Zuerst werden Zeithorizont, Risikobereitschaft, notwendige Flexibilität und die gewünschte Form der späteren Auszahlung geklärt. Ein ETF-Depot kann andere Stärken haben als eine private Rentenversicherung, eine Basisrente oder die betriebliche Altersvorsorge. Häufig ist eine Kombination sinnvoll. Entscheidend ist, dass Sparrate, Kosten, Risiko und Entnahmephase zusammenpassen. Der Rentenlücken-Check von BF Bamberg Finanz liefert eine erste Orientierung; die belastbare Auswertung erfolgt anschließend persönlich mit professioneller Finanzsoftware.
- Zuerst Ziel und Risikorahmen, danach Produkte auswählen
- Spar- und Entnahmephase gemeinsam planen
- Förderung und steuerliche Rahmenbedingungen individuell prüfen
- Strategie regelmäßig an Einkommen und Lebensphase anpassen
Offizielle Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Renten-, Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prognosen beruhen auf Annahmen und können sich verändern.